Last Day in Shanghai

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Unser Tag begann mit einem Frühstück in der Wash Bakery. Wir konnten unseren Augen kaum trauen, als wir ganz in der Nähe von unserem Hotel tatsächlich ein Cafe entdeckt haben, in dem man Frühstücken kann. Allerdings war der Laden total ranzig und dreckig. War uns aber egal, nach Indien sind wir immun gegen alles. An der Wand hing ein food safety inspection report. Note: grade so durchgekommen. So sah es auch aus. Das Frühstück wirkte auch leicht abführend 😉
Dann sind wir in eine Apotheke gegangen, das war echt ein Erlebnis. Als wir rein kamen und gefragt haben, ob jemand Englisch spricht, haben die beiden Frauen gleich auf einen pubertierenden Jungen gedeutet. Der hat erstmal gestöhnt, konnte zwar auch nicht wirklich Englisch, hatte aber eine Übersetzungs-App auf seinem Handy und so haben wir mit der gesamten Besatzung kommuniziert.

Als wir das auch geschafft haben, haben wir uns nochmal kurz im Hotel umgezogen, da es heute ganz schön frisch war. In Shanghai war das Wetter bisher deutlich milder, als in allen anderen Länder, in denen wir waren. Wir haben hier zwischen 24 und 27 Grad. Heute kam es einem jedoch kühler vor und es hat sogar geregnet. Als es einigermaßen aufgehört hat, sind wir auf den Tabao City Markt gefahren.
Dort wurden wir von allen Seiten mit Rolex, Rolex, bags, bags angeschrien. Eine Tussi hat mich sogar einfach gepackt und in ihren Laden gezogen.
Auf 4 Stockwerken gab es leider nur die gleichen Sachen: Tim würde sagen: Ramsch, Ramsch und noch noch mehr Ramsch. Ich würde sagen: Taschen, Elektroartikel und ein paar Klamotten, aber jeder Stand hatte den gleichen Scheiss. In einem Taschenstand haben sie uns auch Luis Vuitton und Prada angeboten. Ich war neugierig und wollte hier mal eine Fälschung sehen. Wir sollten mitkommen und die Verkaeuferin hat uns zu einem anderen Stand in ein kleines Hinterzimmer gebracht und die Tür geschlossen. Die Wände liessen sich öffnen und dahinter waren dann die wahren Fälscherschätze versteckt. Die waren sogar ganz gut gemacht, sie waren aus Leder und hatten sogar einen Stempel drin. Aber das ist mir zu risky und ausserdem sind Fake-Taschen nicht so meins. Die Verkaeuferin wollte uns aus dem Hinterzimmer gar nicht mehr rauslassen. Und es wurde immer billiger und billiger.
Von den anfänglichen 140 Euro, die sie haben wollte, hätten wir die Tasche am Ende für 30 Euro haben können.
Wirklich tolle Dinge gab es auf dem Markt nicht, ausser ein paar schöne Armbänder, aber das war es auch schon. Es ist echt krass, wie die Preise auf einmal sinken, sobald man kein Interesse zeigt. Und die Verkäufer wurden schon fast aggressiv, wenn man nichts gekauft hat. Chucks gab es für 15 Euro (nachdem ich weggegangen bin). Ich habe mir dann noch eine No Name Tasche gekauft (das hoffe ich zumindest), ein paar Geschenke und eine bestellte Uhr. Im Hotel angekommen, musste Ich leider feststellen, dass die Tasche nach Fisch stinkt 😥 😥 😥
Dann hat es auch gereicht und mein Portemonnaie war leer.
Als nächstes trieb uns der Hunger weg vom Markt, Tim zu McDonald’s und mich zum China Imbiss. Es war so etwas wie ein Buffet, an dem man sich die einzelnen Gerichte aussuchen konnte und ich war sehr zufrieden. Es hat echt super geschmeckt und war auch noch richtig günstig. Ein Gericht bzw. eine Beilage hat maximal ein Euro gekostet.
Dann ging es weiter auf die Nanjing Road. Die ist soooo unendlich lang, wie fast alle Strassen hier. Sehr viele Strassen teilen sich in East und West, manchmal gibt es sogar noch Central dazwischen. Und zwischen den Abschnitten beginnen die Hausnummern jedes mal von vorne und gehen bis 1000 oder auch 4000. Daher bringt es einem nichts die Strasse zu kennen, wenn man die Hausnummer nicht weiss.
Es ging, wie gesagt, weiter auf der Nanjing Road. Der Markt war in dem westlichen Teil der Strasse und unser Ziel war der östliche Part, denn dort beginnt der Huangpu Fluss. Vom sog. Bund, der Promenade, hat man einen super Blick auf die gegenüber liegende Flusseite und die erleuchtete Skyline.
Nachdem wir diese betrachtet haben, ging es ab ins Hotel. In ganz Shanghai scheint es keine Postkarten zu geben (sorry Mami (s)).
Aber wir haben die Hoffnung nicht aufgegeben und im Hotel an der Rezeption fragen wollen. Die Tussi hat uns dumm angeschaut und hat sich einfach weg gedreht. Boaaahh, Aggressionen!! Nicht, dass sie dann nach einer Kollegin schaut, die uns vielleicht versteht. Nix… Einfach die dummen Ausländer nicht beachten, die gehen schon weg. Wir haben uns nicht entmutigen lassen und sind nochmal raus. Auf der Strasse haben wir 2 deutsche Jungs getroffen. Die sind ein Jahr zum Studieren hier (irgendwas mit chinesisch), haben allerdings erst zwei Wochen hinter sich und klangen nicht so glücklich. Das gleiche was wir auch sagen: es ist kompliziert und keiner spricht Englisch. Wenn die das sogar sagen, obwohl sie wenigstens ein bisschen die Landessprache können… Die Jungs taten uns total leid, ich konnte richtig mitfühlen, als der eine wehleidig sagte, dass erst zwei Wochen rum sind. Abenteuerlust hin oder her, Shanghai nervt..
Die beiden meinten, dass sie irgendwo im Centrum EINEN Laden gesehen haben, in denen sie Postkarten verkaufen. Na supi… Kein Wunder, dass wir keinen gesehen haben.
Trotzdem haben wir noch in allen Supermärkten in der Nähe des Hotels nachgefragt bzw. nachgeschaut. In dem einem sass ein kleiner vielleicht siebenjähriger Junge an der Kasse, der neben dem Kassieren, am Laptop gespielt hat. Der sass dort übrigens schon heute Mittag, als wir dort Getränke  gekauft hatten. Strange…
Also keine Postkarten. Und hätten wir welche gefunden, wären Briefmarken und ein Briefkasten hundertprozentig weitere unüberwindbare Hindernisse. In einem anderen Supermarkt hatten sie auch wieder die 1000 Jahre Eier. Die sahen vielleicht aus… Zum Davonrennen… Ich hab gleich ein Foto gemacht. Dort hab ich mir noch einen kleinen Becher Häagen Dasz Eis gekauft und im Hotel entdeckt, dass es Gefrierbrand hat oder wie man es auch nennen würde. Oh menno 😥
Nichts gegen China und es ist wirklich toll gesehen zu haben, aber für uns ist es nichts. Würden wir chinesisch sprechen, wäre es bestimmt ganz anders, aber so ist es einfach nur anstrengend. Aber man muss dazu sagen, dass viele Leute echt total nett und lieb sind. Z.b kam eben grade (ich sitze grade unten an der Rezeption während ich schreibe) ein Mann an, hat gefragt woher ich komme und auf meine Antwort Germany hat er den Daumen gezeigt, gelächelt, irgendwas gesagt und ist gegangen. Oder auch der Mann auf der Nanjing Road, der recht gut deutsch konnte und uns mindestens 15 Minuten lang alles mögliche erzählt hat. Oder die Putzfrau hier vom Hotel und die Frauen aus der Apotheke. Oder auch ein weiterer, der versucht hat mit mir ein Gespräch auf chinesisch zu führen (auch mal wieder hier unten) und der mir eine chinesische Zigarette geschenkt hat. Bisher hab ich sie allerdings noch nicht probiert.
Aber dann gibt es halt auch so viele die voll blöd sind. Die denken wahrscheinlich auch, dass wir Ausländer bekloppt sind.
Eine Sache, die mich hier auch total genervt hat sind die Toiletten in den Einkaufzentren, Märkten und Restaurants. So ekelig und schlimmer als in Indien. Shanghai hat so viele schickimicki Einkaufzentren, wo alles gefunkelt und geglänzt hat, aber zu den Toiletten fällt einem nichts mehr ein… Nie Klopapier und Seife, alles sooo dreckig und ekelig….

Wir haben uns Shanghai auch anders vorgestellt. Viel traditioneller und ursprünglicher und nicht so pseudo kapitalistisch. Es gibt ein Einkaufzentrum das Capital Land heisst… Und so sieht es hier überall aus. Konsum, Kaufen, Werbung, und noch mehr Konsum. Und dazu muss man sagen, dass Shanghai sehr sehr teuer ist. Sogar teurer als Hongkong. Wir dachten Wunder  was wir hier für Schnäppchen machen können. Aber nix is… Ihr könnt es euch nicht vorstellen. Ausser in kleinen Restaurants sind die Preise wie in Deutschland, Klamotten sind mindestens genauso oder sogar teurer (Zara zum Beispiel, denn die Preise kann ich als treue Kundin vergleichen). Das einzige was günstiger ist sind Dienstleistungen, gefälschte Sachen und die Metro, die echt saugünstig ist. Aber das war es auch schon.

Ausserdem verstehe ich den Kommunismus einfach kein Stück. Wieso gibt es solche Unterschiede zwischen arm und reich? Wieso gibt es Bettler? Und was macht hier den bitte den Kommunismus aus, ausser, dass es nur eine Partei gibt und hier alles verboten ist? Anscheinend kommen nicht mal Emails an, wenn der Inhalt denen nicht passt und der einzige englischsprachige Fernsehsender ist auch ein chinesischer. Wie können sie das den Menschen verkaufen? Und was sollen die Vorteile sein?? Ich würde es wirklich gerne wissen und bin für jede Erklärung dankbar.

Morgen abend geht es weiter und wir freuen uns auf Kuala Lumpur, auf ein normales Bett und auf Facebook und unseren Blog! Dann habt ihr ganz schön was zu lesen.

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