Schnorchel Trip

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Mitten in der Nacht haben die gestörten Spanier aus dem Sech- Bettzimmer von nebenan voll Radau gemacht. Total dicht sind sie hier grölend durch den Wald gelaufen, als hätten sie allesamt den Verstand verloren. Gut geschlafen haben wir nicht gerade. Heute morgen hatten wir schon überlegt, sie auch zu wecken.
Die Matratze ist so weich, man liegt immer in einer Kule und die Kissen stinken voll. Als der Kissenbezug abgerutscht ist, haben wir uns erschrocken, die Kissen sehen aus und riechen wie hundert Jahre im feuchten Keller gelagert. Das Beste am Zimmer ist das Moskitonetz über dem Bett, das ist irgendwie romantisch.

Um kurz vor neun hat der Wecker geklingelt und dann ging es auch los. Maya, dort wo wir die Schnorcheltour gebucht haben, ist auch gleichzeitig Cafe und ein Hotel (wobei die Zimmer dort noch schlimmer sein sollen als unseres).
Dort haben wir gefrühstückt und uns ganz schön über den Kellner bzw Betreiber aufgeregt, weil er so unhöflich war. Als Tim eine Flasche Wasser bestellt hat, hat er nur auf den Kühlschrank gezeigt, nach dem Motto hol selber. Aber Tims Frühstück war gut. Er hatte endlich mal wieder Bratkartoffeln.

Wir waren beide etwas nervös wegen dem Schnorchelausflug. Wir wollten die grosse Tour von 10:30 bis 17:30h machen und unter anderem an den Turtle und Shark Point halten. Davor war mir etwas bange, aber auch immer noch vor dem blöden trigger fish. Wir haben unseren Führer auch noch mal gefragt und ihn gebeten, uns nochmal ein Foto zu zeigen. Jetzt wissen wir ganz genau wie er aussieht.

Insgesamt waren wir eine siebenköpfige Gruppe. Es ging mit einem kleinen Motorboot raus aufs Meer zum ersten Stop, einem Korallenriff. Dort glaubte ich den Trigger Fish gesehen zu haben, bin aber auch nicht lange genug in seiner Nähe geblieben, um mich davon zu vergewissern. Der Guide hat die Fische mit Crackern angelockt und sie kamen in Scharen. Tim und ich haben auch einen genommen und die Fische haben mit ganz schöner Power dran geknabbert.
Als zweites ging es zu dem Turtle Point und wir haben tatsächlich eine riesige Meeresschildkröte gesehen. Das war der Wahnsinn! Sie war am Meeresgrund gerade am Fressen und hat uns nicht beachtet. Plötzlich kam sie hoch, (ich bin erstmal weggeschwommen, als ich das riesige Tier auf mich zu kommen sah) um Luft zu holen. Echt unglaublich schön diese Tiere. Dann hat sie weiter gefressen. Wir haben noch solange gewartet bis sie ein zweites Mal an die Oberfläche gekommen ist und dabei auch ein super Foto machen können. Aber irgendwie tat sie uns voll leid, jeden Tag von so vielen Menschen angegafft zu werden. Laut unserem Guide stört sich die Schildkröte kaum an uns, solange man sie nicht anfasst, aber das tun halt so viele. Auch der dicke Engländer aus unserer Gruppe musste sie betatschen. Wir hoffen, dass diese schönen Tiere noch lange hier auf den Inseln leben können.
Nach dem Turtle Point war Lunch angesagt und wir wurden zu einem kleinen, sehr moslemischen Fischerdörfchen geschippert. Dort gab es sogar ein Schild welches darauf hingewiesen hat, dass Bikinis und Badeanzüge unerwünscht sind. Unser Guide ist noch beten gegangen und danach ging es zum Shark Point. Gerade angekommen, fing es jedoch so stark zu regnen an, das keiner vom Boot wollte, obwohl das Meerwasser sogar wärmer war als der Regen. Aber in diesem Moment hätte mich nichts ins Wasser bekommen. Die Meeresoberfläche war total aufgewühlt und undurchsichtig und darunter schwimmen irgendwo die Haie… Ohhh nein, nicht mit mir. Aber es sah so aus als hätten die anderen ähnliche Gedanken gehabt, denn keiner hat sich vom Fleck gerührt. Zum Glück hörte der Regen schnell wieder auf und machte der Sonne Platz. Wir sind alle rein und meine Angst war nicht mehr so schlimm. Ausser vor dem blöden Trigger Fish..
Das junge französische Pärchen hat nach kurzer Zeit im Wasser schon einen Riffhai gesehen und wir haben uns schon etwas geärgert, ihn nicht auch gesehen zu haben. Aber dann haben wir selber welche gesehen, insgesamt bestimmt 10. Wahnsinn, richtige Haie und ganz friedlich. Die sind aber auch nicht so gross, ich schätze 1,20 Meter. Komischerweise hatte ich auch keine Angst mehr. Und wir haben tolle Fotos gemacht. Einmal ist ein Hai ganz plötzlich unter mir aufgetaucht, ich habe mich tierisch erschrocken, aber zum Glück instinktiv auf den Auslöser gedrückt und das Foto ist eines der Besten geworden.
Wir haben dann noch eine riesige schwarz-weiß gepunktete Muräne gesehen, die nicht sonderlich begeistert von uns war und bedrohlich ihren Kopf aus einer Höhle gesteckt hat, um uns ihre Zähne zu zeigen. Ich war gerade dabei ein Foto von ihr zu machen, was nicht so leicht war, da mich die Strömung immer wieder zu nah in ihre Richtung getrieben hat, als mich auf einmal ein Fisch gebissen hat. Eigentlich war es eher ein Zwicken, aber in dem Moment bin ich erstmal in Panik so schnell ich konnte zum Boot zurück. Ich dachte nur an den Trigger Fish. Natürlich total albern, denn das hätte ich sicherlich sofort 100% gewusst, wenn mich tatsächlich dieser Fisch gebissen hätte, denn die Wunde wäre sehr tief und schmerzhaft gewesen. Da hat mich einer der kleinen neugierigen glubschäugigen Fische tatsächlich ins Bein gezwickt…
Der Guide ist noch voll nah an die Muräne ran, wie mir Tim später erzählt hat. Leider konnte er kein Foto machen, da ich den Apparat auf der Flucht vor den Killerfischen mitgenommen hatte. Tim wurde später auch noch gezwickt. Die sind wahrscheinlich einfach neugierig wer oder was wir sind und wollten mal probieren, ob wir essbar sind.
Der nächste Stopp war das sog. Lighthouse, einem sehr schönen Korallenriff und danach ging es zu dem Romantic-Beach, wo Stachelrochen und ganz viele „findet Nemos“ leben. Den Rochen haben wir beide verpasst, da wir zu weit hinten mit dem Fotografieren der Clownfische beschäftigt waren. Die sind so süss.
Dann hat es auch gereicht, unsere Köpfe und Gesichter waren von der Taucherbrille leicht deformiert, meine Haare haben sich zu Dreadlocks verwandelt und langsam war es kalt.
Nach unserem sechsstündigen Schnorchel Trip gab es erstmal eine kalte Dusche.
Ich musste meine Haare waschen und war danach eingefroren. Ich hatte auch etwas Angst, dass das Wasser nicht reicht bzw. das für Tim nur noch ein paar Tropfen übrig bleiben, denn es gibt lediglich einen kleinen Wasserkanister pro Hütte, der nur einmal am Tag nachgefüllt wird.
Tim war noch nie so schnell fertig und schön gesungen hat er 😉 Ein Handtuch haben wir jetzt als Badezimmermatte geopfert. Das hört sich vielleicht blöd an, aber es ist so nervig, da das Badezimmer immer nass und sandig ist, auch immer mit nassen sandigen Füssen durch die Hütte zu rennen und sich damit ins Bett zu legen. Gib Fusspilz keine Chance ist das Motto 😉

Abends hat der Hunger uns raus und zu Ewan’s Cafe getrieben. Auf dem Weg haben wir anscheinend eine Fledermausstrasse gekreuzt, denn die flogen in Scharen in einem Blitztempo an uns vorbei.
Glücklich und satt haben wir uns noch einen heissen Milo Kakao gegönnt und sind ins Hotel.

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  1. Hallo Timi u Queenie, haben uns schon leichte Sorgen gemacht weil wir seit Shanghai nix mehr gehört haben. Dafür haben wir uns jetzt köstlich amüsiert über zwei vorsichtige Weltenbummler und lesen gerne die Reiseberichte. Timi danke für die Karte aus Indien. Passt auf euch auf und nehmt euch vor dem Getier in acht. Alles Liebe Mum und Paps

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